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  • 13.11.2018

Zwischen Lakritze und weitläufiger Natur - Vier Wochen Auslandspraktikum ohne Verpackungen

Am Freitag, den 21.09. ging es los, das Abenteuer Finnland. Ein Land, über das irgendwie wenig bis gar nicht berichtet wird. Was erwartet mich? Auf welche kulturellen Stolpersteine werde ich stoßen? Wie wird der Arbeitsalltag sein? Alles Fragen, die mich während des zweistündigen Flugs von Bremen nach Tampere besonders beschäftigten. Doch als wir erste finnische Luft geschnuppert und unseren Ansprechpartner Jaakko mit einem „moi“ (finnisch für hallo/hey) kennengelernt hatten, waren Zweifel und Ängste bereits verschwunden.

Sehr herzlich wurden wir bei einem ersten Mittagsessen in der Kantine der Partnerschule, auf dessen Campus wir in einer Vierer-WG wohnten, empfangen. Nachdem Arbeitswege geklärt, die Wohnung eingerichtet und die Busfahrkarte gekauft war, ging es am Dienstag in einen der vier Sportläden. In meinem Sportgeschäft, dem „Intersport Pori“ (die nächstgrößere Stadt) wurde ich direkt mit einem Namensschild ausgestattet und in alles eingewiesen. Mit Preisetiketten, Bügeln und Kisten voller Sport- und vorwiegend Outdoor Kleidung bewaffnet, verging die erste Woche wie im Flug. Fast drei Viertel des Ladens waren belegt mit Allwetter- Kleidung, wie Thermounterwäsche von „Björn Borg“, Ski Jacken von „Peak Performance“ oder regenfeste Outdoor Hosen von „Helly Hansen“ - alles übliche Marken in finnischen Sportgeschäften. Bereits in der zweiten Woche konnte ich bereitwillig englisch sprechenden Finnen zeigen, wo etwas zu finden war. Leider war dies nicht ganz selbstverständlich, da ich hauptsächlich beim Antworten auf Englisch, ein Lächeln und den Rücken der jeweiligen, oft etwas älteren Person, zu sehen bekommen habe. Das war zwar schade, aber außerhalb der Arbeit konnte das Englisch jedoch aufpoliert werden, da viele junge Finnen fließend Englisch sprechen.

An den Wochenenden haben wir viel von Finnland und seiner wunderschönen Natur sehen können. Ob es sich nun um das "alternative, individuell gekleidete" Helsinki, die kleinen und großen Seen inmitten riesiger Wälder oder die raue Ostseeküste handelte, alles war einzigartig und hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Ein kleiner „side fact“, den wir mitgenommen haben: Lakritze und Salmiak sind nicht das gleiche. Während Lakritze lieblicher schmeckt und direkt aus der Natur von der Süßholzwurzel stammt, wird Salmiak chemisch hergestellt und ist eher herb im Geschmack. Salmiak wird auch gern mal im finnischen Chemieunterricht selbst hergestellt.

Die finnische Lebenseinstellung ist sehr gelassen und die Menschen sind eher schweigsam. Das Schweigen während des Essens oder eines typischen Saunagangs ist ganz normal, für uns allerdings gewöhnungsbedürftig und oft unangenehm. Jedoch war das eine gute Möglichkeit, die Umgebung und die Natur bewusster wahrzunehmen. Allein wegen der nicht gesehenen Nordlichter sowie Elche und einer völlig zugeschneiten menschenleeren Landschaft, sind Finnland und auch Lappland auf jeden Fall einen zweiten Besuch wert. Finnland, ein Land, das auf jeden Fall mehr bietet als Lakritze und Kälte.

Lena Bohenstädt ist als Auszubildende im ersten Lehrjahr bei uns im Unternehmen und hat im Rahmen des ERASMUS-Projekts an einem Auslandspraktikum in Finnland teilgenommen. Das Projekt soll die berufliche Bildung fördern. Die Teilnehmer sammeln dabei internationale Erfahrungen und arbeiten oder studieren in einem der 22 Mitgliedsländer. Lena berichtete von unterwegs.